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Der Tag an dem ich arbeitslos wurde

Es war Sommer 2006 als ich arbeitslos wurde. Wie es dazu kam und was ich so alles während dieser Zeit erlebt und durchgemacht habe versuche ich einigermassen kurz zu schildern.

 

Von Beruf bin ich gelernter Servicefachangestellter und habe ein Schreinerlehre begonnen jedoch keinen Abschluss gemacht. Doch so richtig entfaltet und wohl gefühlt habe ich mich in beiden  Berufen nie so richtig. Ich wollte mich beruflich verändern und habe mich im Bereich Verkauf-Marketing weitergebildet. Mit über 20 Jahren im Verkauf kann ich auf eine erfolgreiche Aussendienstlaufbahn zurückblicken worauf ich sehr stolz bin.

 

 

Das schönste daran fand ich, dass ich nie einen Kunden zu Kauf überreden musste die meisten haben bei mir selbst gekauft. Das war vor allem auch in den letzten 5 Jahren der Fall wo ich in einer grossen Verkaufsorganisation als Bezirksleiter tätig war. Wir hatten die Vertretung oder das Mandat von namhaften Firmen wie: Nestle,Proctor & Gamble, Reckitt&Benkiser,Wrigley, Evian, Ferrero, Tchibo, Heineken und viele mehr.

Meine Aufgabe war es für diese Produkte Promotionen zu machen in den Qutlets also vom kleinen Kiosk bis zum Grossverteiler wie Migros oder Coop.

Für die Firma Tchibo haben wir in der ganzen Schweiz die Shop in Shop Konzepte in den verschiedenen Coop Filialen eingeführt. Ich war auch hierfür in meiner Region verantwortlich damit alles Termingemäss ablief und die Merchandieser die ich selber rekrutieren musste Vorort waren bevor wir die Filialen eröffnen konnten.

 

Alles in allem ein super Supervisor Job weil ich mehr oder weniger Selbständig war.

Doch eines Tages stellte man mir den neuen Vorgesetzten vor. Einige Zeit lief alles bestens, bis ich bemerkte, dass er an meiner Arbeit immer etwas auszusetzen und zu meckern hatte. Er betrieb Mobbing im höchsten Grad leider nicht nur bei mir.

Der Geschäftsleitung war dies bekannt, doch weil diese im gleichen Fussballclub waren und nichts anders als über Weiber und Fussball zu schwätzen hatten ignorierte der Chef meine Intervention und sah es als ein Laune des Vorgesetzten an was man halt zu akzeptieren hätte. Nach fast einem Jahr Terror und Stellensuche fand ich zum Glück wieder einen sehr viel versprechenden Job.

 

Jedoch die Realität in meinem neuen Job sah ganz anders aus als die Seriosität die man mir anfänglich versprochen und beteuert hatte. Ich musste gemäss einem Rede plan also gemäss einem bestimmten Verkaufsgespräch, das ich auswendig lernen musste und mir wahnsinnig wiederstrebte, die Kunden  buchstäblich zu einem Kauf überreden. Das ging jedoch bei mir nicht und lief meinen Prinzipien als versierter Verkäufer total zuwider.

 

Da Mir die Firma nicht selber kündigen wollte musste ich leider in diesen sauren Apfel beissen und selbst kündigen, obwohl ich wusste was dies für mich und meine Familie bedeuten würde. Es bedeutete einen Monat kein Arbeitslosengeld und weil ich im ersten Monat noch fast nichts verkauft habe auch hier eine massive Lohneinbusse weil ich ja kein Fixum hatte.

 

Das positive an der Kündigung war, ich  musste  keine Druckverkäufe mehr machen und mein Gewissen wurde dadurch nicht mehr belastet. Aber nun stand ich vor dem andern Problem wieder einen Job zu finden und das finanzielle Loch in der Haushaltskasse zu stopfen. Und mit damals 49 war das eine echte Herausforderung trotz guter Qualifikationen. Leider habe ich bis auf den heutigen Tag noch nichts konkretes gefunden ausser einen kleinen Nebenjob der mir einige Fr. einbringt aber das ist nur so ein Nasenwasser.

 

Mit mehr als 30% Lohneinbusse ja das ist der Betrag den man als Arbeitslosengeld erhält kann man keine grossen Sprünge mehr machen und man muss froh sein wenn man das Lebensnotwendige einkaufen kann. Mit einer fünfköpfigen Familie ist das manchmal eine  echte Herausforderung und wenn man nach 1 ½ ausgesteuert wird was bei mir seit März o8 der Fall ist dann wird’s sehr kritisch! Kritisch in dem Sinn weil die finanziellen Reserven in der Zwischenzeit schon längst aufgebraucht sind und man mehr auslagen hat als Einkommen. Zum Glück hat meine Frau auf Ihrem Beruf wieder eine Arbeit gefunden jedoch mit diesem Lohn kann man keine Familie ernähren nie und nimmer.

 

 

Somit ist es sehr naheliegend dass der Schuldenberg immer grösser wird mittlerweile sind es über 20.000 Schweizer Fr.

 

Ich habe sehr gehofft, aus meinem sozialen Umfeld Familie Verwandte und Freunde einige gute Hinweise in Bezug auf einen Job zu erhalten doch da geschah fast überhaupt nichts auch nicht von meine Glaubens-Brüdern kam praktisch kein einziger brauchbarer Hinweis. Mit anderen Worten das Netz hat mich nicht aufgefangen ich bin durchgesackt. Im Nachhinein musste ich sagen für was hat man Freunde wenn sie einem nicht einmal ernst nehmen?

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man es mit Problemen zu tun bekommt dann versucht man sie so weit wie möglich von sich fern zu halten, dass man ja nicht helfen muss. Siehe auch(bibl. Beispiel vom barmherzigen Samariter).

 

Ja auch der Fiskus will sein Geld dem spielt es keine Rolle wie der finanzielle Istzustand einer Familie ist so wurde auch unser Steuererlass Gesuch nicht akzeptiert. Somit sind wir gezwungen unser sauer verdientes lebensnotwendige Geld jedem Monat dem Staat abzustottern. Der Teufelskreis hat zwar schon längst begonnen aber wir werden vom Staat noch dafür bestraft weil es uns wirtschaftlich sehr schlecht geht. Wo ist hier die Gerechtigkeit frage ich mich? Solange man zahlen kann ist ok und wenn man nicht mehr zahlen kann sagt der Staat du bist selber Schuld ich will mein Geld trotzdem. Das ist Ausbeutung der Armen und Minderbemittelten.

 

Wenn es darum geht ein Umschulung zu finanzieren damit man mehr Chancen auf dem Arbeits-Markt hat wir tief Luft geholt und gesagt sie haben wohl nicht alle Tassen im Schrank und auf anderen Seite werden Pseudo – Kurs für so beschämte Beschäftigunsprogramme voll bezahlt die einem aber überhaupt nichts bringen.

 

 

Ja es ist einfach so als einfacher Bürger hat man null Chancen auf eine Besserung der eigenen Situation. Vom Staat erhält man eine Abfuhr in allen Beziehungen. Klar bin ich für meine Situation in erster Linie selbst verantwortlich!




Autor: Cash-Flow

Datum: 26.01.2010 - 15:04

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