





Endlich 18
4.August 2009
- Es ist geschafft! - Ich bin endlich 18!!!
Wie wohl jeder, fieberte auch ich diesem Ereignis entgegen.
Mein Geburtstag wurde natürlich auch gebührend gefeiert. Die ganze Familie und meine Freunde kamen, um ein Grillfest in unserem Garten zu feiern. Es war eine schöne Feier und es war äußerst angenehm, mal wieder im Mittelpunkt zu stehen. Zu guter Letzt natürlich auch wegen der vielen Geschenke. Rundum ein schöner Tag. Meine Eltern und auch mein Bruder hatten alles dafür getan, damit es so wurde.
Nun denn, „endlich 18“, wieso eigentlich „endlich“?
- Natürlich! Ich bin jetzt erwachsen! -
Ich konnte endlich ins Erwachsenenleben durchstarten und ruhigen Gewissens ab jetzt meinen Personalausweis vorlegen wenn man mir mein Alter nicht glaubt. Nie wieder tricksen! Das ist doch was.
Ich darf jetzt wählen! Oh je, jetzt muss ich mich wirklich mit der Politik beschäftigen!?
Auto fahren. Ich kann jetzt den Führerschein machen, wenn das nur nicht wieder mit „Schulbank drücken“ verbunden wäre.
Es war aber auch eine gute Gelegenheit, auf den ersten Lebensabschnitt zurückblicken. Dieser war mit Sicherheit nicht langweilig gewesen. Eigentlich hatte ich schon ganz schön viel erlebt.
Vor 18 Jahren erblickte ich in Flensburg
das Licht der Welt. Etwas außerhalb wohnten wir im eigenen Haus mit schönem Garten. Die ersten sieben Jahre verbrachte ich hier mit meiner Familie.
Aufregend wurde es im Jahre 1998. Da beschlossen meine Eltern ziemlich weit weg zu ziehen. Mein Vater hatte in Sachsen-Anhalt
eine gute Anstellung angeboten bekommen.
In den Sommerferien zogen wir somit in ein kleines Dorf nach Sachsen Anhalt. Nach Ablauf der Sommerferien wurde ich auch gleich dort eingeschult. So viele neue Menschen, dass war schon ein mulmiges Gefühl.
Hier fand ich auch den Spaß am Fußballspielen und ich kickte im ortsansässigen Verein mit. So hatte ich bald einen neuen großen Freundeskreis.
Nachmittags trafen wir uns meistens auf dem Spielplatz in unserem Dorf.
Wir wohnten 3 ½ Jahre in unserer neuen Wahlheimat, dann hieß es, es geht jetzt wieder zurück in unser Haus nach Norddeutschland
. Es wurde ein tränenreicher Abschied. Wir hatten uns in der Dorfgemeinschaft alle sehr wohl gefühlt.
Jedenfalls war es jetzt keine Fahrt ins Unbekannte. Nur die Schule und der Fußballverein waren für mich neu. Da ich aber viele noch von früher kannte und wir regelmäßig oben im Norden waren, war das gar nicht so schlimm.
2004 bezogen wir ein neues Haus etwas zentraler im Ort. Das war cool und ich brauchte auch nicht wieder die Schule zu wechseln.
Ja ja die Schule. Das war zurückblickend sicherlich der unangenehmste Teil in diesem Lebensabschnitt. Es hat mich viel Nerven gekostet aber ich glaube, meinen Eltern noch mehr.
Endlich im Sommer
2008
war ich mit der Schule fertig!
Den richtigen Plan was jetzt kommen sollte, hatte ich allerdings noch nicht. Eine Ausbildungsstelle hatte ich nicht gefunden.
Was blieb mir anderes übrig? - Ich musste weiterhin zur Schule!
Ich ging in ein berufsvorbereitendes Jahr, erkannte aber ganz schnell das DAS nun gar nichts für mich war. Ich wollte hier so schnell wie möglich raus. Somit hieß es bewerben, bewerben, bewerben.
Leider war das Angebot an Ausbildungsplätzen sehr dürftig.
Im Februar
2009
fand ich eine Praktikumsstelle bei unserem Schornsteinfeger im Ort. Ich konnte mir erst gar nichts darunter vorstellen aber nach einigen Recherchen und den Überredungskünsten meiner Eltern begann ich am ersten März
das Praktikum.
Es war ein Langzeitpraktikum bis August
und somit brauchte ich nicht mehr in die Schule. Ich verdiente sogar schon etwas Geld dabei.
Mir gefiel die Arbeit sehr gut und mein Chef war mit mir so zufrieden, dass ich während des Praktikums einen Ausbildungsvertrag bekam. Im September
begann meine Ausbildung zum Schornsteinfeger.
Das war das schönste Geschenk zu meinem 18ten Geburtstag.
M.C.
Autor: Malte
Datum: 01.01.2010 - 01:00
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