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Die Geschichte eines Kochs

Es war in den frühen 80ern. Ich hatte gerade meine Schulausbildung abgeschlossen und war bereit, für das neue, aufregende Abenteuer; Berufsleben.
Ich fing in einem Hotel meine Lehre als Koch an. Es war alles ziemlich na sagen wir mal ungewohnt. Gut, den Rhythmus des Lebens lernt man schon recht früh. Sich einordnen in die Masse, die nach einem festen Schema (fast) jeden Tag dasselbe Ritual durchlebt.
Zur selben Zeit aufstehen (außer am Wochenende), täglich dasselbe wiederholen.
Körperpflege, schnell einen Happen Frühstücken und dann dem eben geltenden einen grossteil des Tages folgen (zuerst die Schulbank drücken, und jetzt eben einen Beruf erlernen).
Aus diesem 08/15 Trott wollte ich aus brechen. Gastronomie, das war und ist eben genau mein Weg aus dieser Einöd. Man lernt täglich neue Menschen kennen, kann sich kreativ entfalten, und damit vielen Menschen eine Freude machen.
Und dann war da auch noch der Ruf der Ferne! Als Koch, ja da kann man Aufbrechen und die Welt erobern. Ferne Länder besuchen und solange da bleiben, wie es einem beliebt. Mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt treten, Sprachen und Gebräuche kennen lernen. Und genau so kam es.
Während der Lehrzeit musste ich dreimal die Lehrstätte wechseln, beim ersten ist der Ausbilder einfach abgehauen. Beim zweiten wurde die Konzession nicht verlängert, und das ein halbes Jahr vor der Abschlussprüfung. Dumm gelaufen.Aber das war ja nur eine Zwischenstation auf meinem Weg.
Aber zuerst rief das Vaterland meine Pflicht ab, der Grundwehrdienst stand an.
Mein erstes Fernweh wurde gestillt, da ich 400 Km von zu Hause zum Einsatz kam.
Das ferne Neumünster wurde für 3 Monate mein neues zu Hause. Anschließend ging es in ein kleines Dorf genannt Schwarzenbeck. Also, da war wirklich der Hund begraben. Die Kaserne stand außerhalb des Ortes und die Ostgrenze der BRD war auch nicht fern. Zum Glück hatte ich ein Auto, sodass man die nähere Umgebung erkunden konnte und auch neu gewonnene Freunde aus dem fernen Neumünster und Kiel besuchen konnte. Die Bundeswehr Zeit gestaltete sich recht unspektakulär. Als gelernter Koch kam ich in eine eigenständige Kompanie mit entsprechenden Vorteilen, wie sich schnell herausstellte. Z.B. hatte ich freien Zugang zu den Lebensmittel-, Getränke- und Snack-Lagern. Wodurch ich in der Kaserne sehr beliebt war, da man ja von mir alles möglich bekommen konnte. So konnte ich eine Feier des Kommandeurs besuchen, die in Schleswig stattfand, natürlich mit Fahrdienst hin und zurück. Weiter fanden öfters Fahrten im Leopard II auf dem Truppenübungsplatz statt, wo ich mitfahren konnte. Viel zu schnell ging diese Zeit leider vorbei, und der Abschied war schon schwer.
Aber, ich wollte ja die Welt erobern. Angefangen habe ich auf Sylt, wo ich fast 4 Jahre lang gelebt, geliebt und gewirkt habe. Solang, bis mir die natürliche Begrenzung der Insel nicht mehr gefiel, und ich nach Frankreich ging. Walt Disney hat dort mit dem Euro-Disneyland Fuß gefasst und ich war von Anfang an dabei. Das war schon gigantisch. Mitarbeiter aus fast jedem Teil der Welt fanden dort arbeit. Leider lernte ich da auch die Eigenarten fremder Völker kennen. Speziell die Franzosen. Irgendwie sind die in Ihrer Denkweise stehen geblieben, da sie mich als Deutschen immer als Nazi betrachtet haben. Das obwohl der Französische Nationalstolz auch sehr ausgeprägt ist. Sobald die merken, das man aus einem anderen Land kommt, schalten die auf Stur und reden nur noch in der eigenen Sprach, obwohl Deutsch und auch Englisch gesprochen und auch verstanden wurde.
Fairer halber muss ich noch zufügen, das nicht alle so sind. Ich habe auch sehr liebenswerte Menschen kennen gelernt, die mich herzlich aufgenommen haben.
Zu erwähnen wäre da zum Beispiel ein Ausflug an die Ostküste. Damals in Zeiten wo es keine Navigationsgeräte und keine Handy’s gab, war das gar nicht so einfach.
Wir haben uns eine Landkarte genommen und beschlossen, einfach mal loszufahren, nach dem Motto, kann ja nicht so weit sein. Nee, man muss ja nur durch halb Frankreich fahren. Luftlinie 400 Km. Na, da haben wir dann eine Woche lang die Bretagne unsicher gemacht, bis wir dann wieder zurück ins Disneyland gefahren sind. Nach einer sehr erlebnisreichen Zeit entschloss ich mich, wieder zurück nach good old Germany zu fahren. Nach kurzem Aufenthalt in meiner Heimat, hat es mich dann in den Süden der Nation verschlagen; Rhein-Main Gebiet.
Über Bad Homburg, Frankfurt und Rodgau hat es mich dann nach Seligenstadt geführt, wo ich heute lebe. Zwischenzeitlich ist meine Sturm- und Drangzeit vorbei und ich bin sesshaft geworden und habe eine Familie gegründet.
Manchmal flackert zwar immer wieder das Fernweh in mir auf, aber dann blicke ich auf meine Familie und besinne mich auf meine jetzige Aufgabe, nämlich meiner Frau und Tochter Sicherheit und Rückhalt zu geben.
Das Fernweh kann man ja kurzfristig befriedigen, in dem man die Länder bereist, als Tourist............




Autor: gonzofred

Datum: 01.01.2010 - 01:00

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