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Urlaub 1993

Es war Sommer und ich machte gerade Urlaub in Südtirol/Italien. Mein Urlaubsort war eine kleines verträumtes Bergdorf in der Nähe von Bozen. Hinter der Privatpension in der ich wohnte, erstreckten sich die gigantischen Felsmassive der Dolomiten. Es war einfach traumhaft, ein Muss für jeden Naturliebhaber. Morgens wenn sich der Nebel nach und nach auflöste und man immer mehr von den Felsen zu sehen bekam, bis sie dann in ihrer vollen Größe und Schönheit in den Himmel ragten. Noch schöner war´s am Abend anzusehen. Die untergehende Sonne verwandelte die Berge in ein fantastisches Farbenspiel, das sich ständig veränderte, bis es dann völlig dunkel war. Abends gab es dann in den Wirtshäusern deftige Hausmannskost und dazu ein Glas trockenen Rotwein aus der Region. Dieser Wein traf nicht wirklich meinen Geschmack, also beschloss ich Bier zu trinken. Damit war ich zumindest in dieser Pension etwas einmaliges, ganz besonderes, denn alle tranken diesen trockenen Wein.
Nun gut, der Urlaub war wie immer zu kurz und am letzten Abend wollte ich nach einen ausgedehnten Wandertag durch die Bergwelt, noch einmal gemütlich Essen und Trinken.
Danach lag ich zufrieden im Bett bis dann der Wecker klingelte. Das erste Mal in diesem Urlaub, denn es war mein Abreisetag.
Es war der 21.August 1993, ein ganz normaler Morgen, glaubte ich zumindest.
Nach dem Frühstück packte ich meine sieben Sachen ins Auto und nach einigen Minuten war ich auf der Autobahn. Diese Autobahn schlängelte sich wie ein Riesenwurm durch die Berge. Ein Tunnel nach dem anderen und alles lief wunderbar, das Wetter war sonnig und ich kam ganz gut voran. Nun ging es weiter über den Brennerpass bis nach Österreich.

Plötzlich schlug das Wetter um. Mit einem Mal waren dicke Wolken am Himmel und es wurden immer mehr. So einen plötzlichen Wetterumschwung hatte ich vorher noch nicht erlebt.

Es wurde immer dunkler, schließlich begann es zu regnen. Zuerst waren es nur einzelne dicke Tropfen, die sich dann sehr schnell vermehrten. Weil ich keinen Bock auf einen Auffahrunfall hatte, beschloss ich die Autobahn zu verlassen.

Es war so um die Mittagszeit und es war zappenduster. Kein Funken Licht zu sehen.

Ich hatte keine Ahnung wo ich war, denn 1993 gab es noch keine Navigationssysteme.
Hätte ich eines gehabt, dann hätte ich wahrscheinlich keine Ansage verstanden, denn aus dem Regen entwickelte sich ein ohrenbetäubender Hagel.

Nichts ging mehr, es war so dunkel das ich nichts mehr sehen konnte und es kam wie es kommen musste. Ich rutschte mit dem Auto von der Straße, denn es war spiegelglatt, dann streifte ich einen Begrenzungspfahl. Dadurch sprang mir ein Reifen von der Felge und ich stand da mit einem klassischen Platten. Super!!

Der Hagel wurde immer stärker, schließlich bekam ich Angst.
Ich versuchte es mit lauter Musik, aber die Natur war stärker, so das ich das Radio wieder ausmachte. Ich konnte bei dem Krach eh nichts verstehen.

Nach ca. 4 Stunden Dauerregen hatte ich die Nase voll und verließ das Auto. Es nieselte immer noch, aber das Unwetter war abgezogen.

Mein nur 6 Monate alter Mazda war Wellblech, nicht ein Blechteil blieb verschont, sogar ein Blinklicht wurde vom Hagel zertrümmert. Zum Glück sind die Autoscheiben nicht zerbrochen.

Ich war den Tränen nahe, aber was soll´s. Ich musste weiter, denn in zwei Tagen hatte Arbeitsbeginn und bis Mecklenburg-Vorpommern (dort wohne ich) hatte ich noch einige Kilometer zu fahren. Also wartete ich nicht auf Sonnenschein und holte das Ersatzrad aus dem Kofferraum um es zu montieren. Danach ging die Fahrt in Richtung Deutschland weiter.

Nachdem ich die deutsche Grenze hinter mir hatte, meldete ich mich bei der Bayrischen Grenzpolizei um mir das Unwetter bestätigen zu lassen. Denn die Autoversicherung würde mich erstmal nicht mit Geldgeschenken überschütten. Der Grenzbeamte, sagte mir, das er eine Nachtschicht hatte und deshalb am Tage geschlafen hatte. Er könne mir nichts bestätigen.

Also suchte ich mir frustriert eine Übernachtung, um am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Der nächste Tag war ein ganz normaler Sonntag, ich kam gut voran und erreichte meine Heimat ohne weitere Zwischenfälle.

Durch den deutschen Wetterdienst wurde mir das Unwetter bestätigt und die Autoversicherung hat mir den Schaden in voller Höhe ersetzt.

Diesen Urlaub werde ich so schnell nicht vergessen, erst die tollen Tage in Italien und dann dieses schreckliche Unwetter.

Was habe ich daraus gelernt? „Fahre niemals mit einen neuen Auto in den Urlaub !!“



Autor: 23Mobilex

Datum: 01.01.2010 - 01:00

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