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Okkultismus

Okkultismus
Alles fing an mit einem Horoskop, das ich mir an einer Bude habe erstellen lassen. Dieses Horoskop sollte im Laufe der Jahre ein wahres Horrorskop für mich werden. Was dringestanden hat, weiß ich heute nicht mehr - nur Eines: Mein Interesse an okkulten Dingen war geweckt. Aus Vergnügen in geselliger Runde nahm ich an Gläserrücken teil - nur so aus Gaudi. Es hatte uns alle wunderschön grausig gegruselt. Als ich mal ein Tief im Leben hatte, schenkte mir eine alte Dame aus der Nachbarschaft ein Hexenbuch, in dem ich las, wie man zu Glück und Erfolg kommt. Ich ging in den beschriebenen Ritualen sehr genau vor und rief mir beruflichen Erfolg herbei. Der setzte ein. Eine Frau trat in mein Leben, die esoterisch interessiert war. Sie wusste von einem ihrer Lehrer auf der Schauspielschule, dass er schwarze Magie betreibt. Der kannte wiederum eine praktizierende Buddhistin. Die führte uns in die Welt der Geister des Buddhismus ein und nahm uns mit in das Buddhistische Zentrum in Hamburg. Eines Tages, meine Freundin und ich saßen in der Stube, da beobachteten wir, wie einige Bücher wie von Geisterhand langsam aus dem Regal geschoben wurden und zu Boden fielen. Das war der Auftakt unerklärlicher Dinge, die bei uns geschahen. Einmal führten wir ein Pentagramm-Ritual durch, als es in der ganzen Wohnung plötzlich so sehr nach verfaultem Fleisch, ähnlich wie Schwefelgeruch stank, dass wir die Wohnung verlassen mussten. Unsere befreundete Buddhistin führte eine Pudja für uns durch (das ist eine Art Gottesdienst) die unser Haus von bösen Geistern reinigen sollte. Es hörte schlagartig auf zu stinken. - Wir waren restlos überzeugt vom Buddhismus.
Ich hatte mich verändert. Nach außen war ich aalglatt. Hatte immer einen weisen Spruch auf Lager, wie: "Der Weg ist das Ziel." Doch innerlich zerfraß mich etwas. Ich hatte schlimme Zornausbrüche. Einmal habe ich vor Zorn kollabiert. Sofort brachte man mich ins Buddhistische Zentrum, wo ein Lama (das ist ein buddhistischer Mönch) eine Geisteraustreibung an mir vornahm. Meine Zornausbrüche verschwanden zunächst. Ich hatte keinen Zweifel mehr an dem, was der Buddhismus lehrt. Meine Freundin und ich gerieten durch Freunde in eine kleine Gemeinschaft von Leuten, die wöchentlich an PSI-Training (eine hohe Form des Autogenen Trainings) teilnahmen. Ich nahm mit "Begabung" teil. Als Abschluss des Trainings gab es eine Prüfung: Ich musste mich allein in ein Zimmer begeben. Dort wurde mir ein Foto von einem mir unbekannten Mann gezeigt. Ich bekam die Aufgabe 'auf Ebene' zu gehen und eine Ferndiagnose über seine Erkrankungen zu machen. Im "Geiste" wanderte ich durch seinen Körper und sah Narben im Gehirn. Ich schloss, daß der Mann einmal einen Schlaganfall gehabt haben muss. Das traf zu - Prüfung bestanden.
Einige Tage später, ich saß am Schreibtisch, da kullerten dicke Tränen von meinen Wangen. Mir kamen all die Sünden in den Sinn, mit denen ich gegen Gott rebellierte. Zum erstenmal weinte ich nicht um mich, sondern um Jesus Christus, der meine Sünden ans Kreuz geheftet hat und viel Mühe mit meinen Vergehen hatte. Ich fiel auf meine Knie, bekannte alle Sünden, die mir ins Gedächtnis kamen. Ich heulte Rotz und Wasser. Als ich mir der Vergebung gewiss war, stand ich auf und sah in den Spiegel. War ich das dort in dem Spiegel? Ein ganz neuer Mensch lachte mir entgegen. - So sauber, so entkrampft - so neu. Ich sprang durchs Haus und jauchzte vor Freude.




Autor: oberlind

Datum: 01.01.2010 - 01:00

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