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Vorbild Vater

Mein Vater ist ein begeisterter Fußballfan und verpasst kein Spiel seiner Lieblingsmannschaft. Er fährt auch jedes zweite Wochenende zu den Auswärtsspielen. Kein Fußballspiel darf er verpassen. Meine Mutter ist da zwar nicht so begeistert, weil sie den ganzen Rummel um einen Fußball nicht verstehen kann, aber sie lässt meinen Vater seinen Spaß am Fußball.
Nur wenn es um das Fernsehprogramm ging, konnten sie sich nie einigen. Darum haben sie sich einen zweiten Fernseher gekauft, so dass nun mein Vater auch seine Fußballspiele alle sehen konnte. Dann durfte man ihn auch nicht stören. Manchmal wenn ich mich heimlich dazusetzte, bemerkte ich seinen Blick, der aber erstaunlicherweise sehr viel Stolz ausdrückte. Er freute sich, dass sein Sohn auch ein Fußballfan war oder besser wurde.
Ich bekam immer eine Gänsehaut, wenn ich die Teamfähigkeit der Fußballmannschaften bemerkte. Keine Mannschaft machte da eine Ausnahme. Mich spornte das an, weil ich so einen Zusammenhalt von Menschen sehr gut fand. Ich versuchte das auch in unserer kleinen Kindermannschaft, aber dort versuchte jeder sein eigenes Ding zu machen. Wenn sich die Zuschauer von ihren Rängen erhoben, ihrer Fußballmannschaft lautstark beklatschten und ihr Lied anstimmten, riss mich das immer sehr mit. Ich wollte zu gern einmal mit meinem Vater in ein Stadion gehen und diese Atmosphäre live erleben. Aber immer wenn ich das Gespräch darauf brachte, blockte mein Vater ab, dass ich eben noch zu klein sei und so weiter.
Als das eins zu null für seine Mannschaft gefallen war, schrie er laut auf, obwohl er es ja schon vor ein paar Stunden im Stadion erlebt hatte. Ich konnte richtig sehen, wie er mit seiner Mannschaft lebte.
Wie aus dem Nichts sagte er plötzlich:, Junge das musst Du live erleben. Nächstes Wochenende kommst Du mit ins Fußballstadion. Ich traute meinen Ohren nicht und schaute ihn nur mit großen Augen an, aber ich freute mich riesig. Nicht nur dass ich endlich mit in ein Fu0ballstadion durfte, sondern weil mein Vater mich scheinbar nicht mehr für zu klein hielt. Das war weit aus schöner, als die Freude das Fußballspiel live zu sehen.



Autor: awkerstereihe

Datum: 01.01.2010 - 01:00

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