





Jahrhundertwende
Jahre ist es nun her, dass das Neue Jahrtausend mit einem Schlag
der Uhr um Mitternacht gestartet ist.
Wir hatten frühzeitig bei einem heimischen Busunternehmen zu diesem
Anlass eine Fahrt nach Berlin
mit 3 Übernachtungen gebucht. Das Unter-
nehmen hatte diese Übernachtungen noch günstig gebucht. Das Hotel
war im Frühjahr 1998 neu erbaut eröffnet worden. Dass ein neues Jahrtausend bevorstand, war den Betreibern vorher nicht aufgefallen. Als sie ihren Preis dann nachbessern wollten, war es zu spät, denn bekanntlich ist Vertrag ja Vertrag. Das Millenium als Ereignis wollten viele Menschen erleben, so waren die Übernachtungs-
preise auch in Berlin auf ein unverschämtes Niveau gestiegen. Auf einmal
verlangte man für eine Übernachtung im Einzelzimmer zwischen 500,00
und 900,00 DM. Eine wahre Inflation der Übernachtungspreise.
Für uns war das für die Busfahrt sehr angenehm. Der Bus war, obwohl
er paradoxer Weise halbleer war, ausgebucht. Leute von RTL, die aus
Berlin berichten wollten, hatten dieses Angebot entdeckt und gebucht, weil die
Busfahrt mit Übernachtungen preiswerter war als nur Übernachtungen.
So reisten sie auf eigene Kosten an.
In meinen Gedanken hatte ich mich schon lange vorher mit diesem Jahr-
tausendereignis beschäftigt, das mich und alle anderen Menschen mit einem
Schlag zu einem Menschen aus einem vorigen Jahrhundert, ja sogar Jahr-
tausend machte. Alleine die Vorstellung, dass unsere Supertechnokids eines
Tages zu mir sagen würden,: "Typisch, der hat Ansichten aus einem früheren Jahrtausend!" ließen mich auf einmal sehr, sehr alt aussehen. Andererseits machte mich das ja auch zu einem Menschen aus zwei Jahrtausenden, und das können und konnten ja nicht viele von sich behaupten.
Berlin ist immer wieder eine Reise wert. So oft man dort hin kommt, gibt
es immer wieder viele neue Dinge zu entdecken. Da wir schon öfter da waren, gingen wir auf eigene Faust los. Das Hotel, ein sehr schönes Viersterne-
haus, lag sehr günstig zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, die in Berlin ja fast
einmalig sind.
Der Silvesterabend wurde im Hotel mit einem bunten Programm gefeiert. Das angebotene Buffet war auch vom Angebot her sehr gut. Da wir Leute aus Nassau im Bus hatten, wurde mir der Begriff " Nassauern" richtig verständlich.
Dreist hatten sie von zuhause ihren Sekt mit gebracht und verlangten dann nur Sektgläser. Solche Menschen mag ich besonders gerne. Der Abend verlief wie im Fluge.
Dann gegen Mitternacht ging alles nach draußen, weil ein großes Feuerwerk
angekündigt war, mit dem das Neue Jahrtausend begrüßt werden sollte. Aber dichter Nebel hüllte ganz Berlin ein. Man hörte es knallen, aber mehr war nicht. Keine bunten Raketenbilder waren am Himmel zu entdecken. Dafür lag der Gestank der Raketen in der Luft. Diese Begrüßung des Neuen Jahrtausends ging dadurch etwas in die Hose.
Entschädigt wurden wir dann durch weitere Unterhaltungspunkte im Hotel und ein
neu aufgefülltes Buffet. Aber insgesamt war dieser Übergang von einem in das andere Jahrtausend sehr harmonisch verlaufen.
Autor: ralf
Datum: 01.01.2010 - 01:00
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