





Der unmögliche Elefant
Der Unmögliche Elefant
1985
machte ich mit 4 Freunden von Süd-Afrika
aus eine Safari nach Botswana
. Wir fuhren mit einem großen Land-Rover und Anhänger los. Unser erster Aufenthalt war am Rande des Okavango Deltas
im Moremi Game Reserve
, eine traumhaft schöne Gegend. Als wir die Zelte abbrachen um weiterzufahren, standen mir dabei fast die Tränen in den Augen: Ich würde wahrscheinlich nie wieder diesen herrlichen Fleck Erde besuchen können. Die Fahrt ging weiter und nach einer Tagesfahrt in Richtung Chobe Game Reserve
machten wir Rast im Savuti Camp
. Camp heißt dass in einem gewissen Umkreis die Safari Reisenden übernachten sollen. Einen Zaun gab es nicht und ein paar Toiletten war alles was man in diesem Camp vorfand. Und doch gab es etwas Spezielles in diesem Camp, und das sollten wir bald kennenlernen! Wir waren am späten Nachmittag angekommen, konnten gerade noch vor Dunkelheit unsere Zelte aufschlagen und etwas Holz fürs Lagerfeuer sammeln. Nach der ermüdenden Tagesreise mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von maximal 20km/h saßen wir am Feuer, unterhielten uns noch etwas und verkrochen uns dann bald in die Zelte. Unser Land-Rover stand neben einer großen Akazie und unser Fahrer und einer meiner Freunde beschlossen, die Nacht auf dem Dach des Land-Rovers zu verbringen. Ich schlief tief und fest. Durch das leise flüstern meines Zeltkollegen wurde ich geweckt. Am Zelt war etwas zu hören, das mächtig ein und ausschnaufte: Wir begriffen, es war ein Elefant! Er schüttelte den Akazienbaum, der neben unserem Zelt stand, die Schoten fielen auf die Erde und mit seinem Rüssel suchte er sie zusammen. Jeder Zweifel war ausgeräumt als plötzlich der Schatten über unserem Zelt sich weiterbewegte und das Mondlicht hell schien. Wir wagten es am Zelt den Reißverschluss etwas zu öffnen um durch den Spalt nach draußen zu schauen. Der Elefant lief von unserem Zelt auf den Land-Rover zu. Dort angekommen hob er mit seinem Rüssel den Anhänger hoch und ließ ihn wieder mit lautem Getöse fallen. Im Anhänger war unsere „Küche“ untergebracht und diese hatte er gerochen! Dann zwängte er sich zwischen Land-Rover und Akazienbaum durch. Wir sahen, wie unser Fahrer vom Dach des Land-Rovers sprang und etwas später unser Freund. Unser Fahrer konnte schließlich die Autoschlüssel finden und ließ den Motor anspringen. Von den Auspuffgasen und dem Lärm irritiert verschwand der Elefant in der Nacht. Wir belebten das Lagerfeuer und standen alle nach dem mehr oder weniger großen Schrecken um das „sichere“ Feuer herum. Der Elefant hatte seinen Antrittsbesuch bei uns gemacht und leider nichts gefunden. Was wir nicht wussten, war dass der Elefant allen Neuankömmlingen einen „Besuch“ abstattete. Am nächsten Tag kam ein Ehepaar mit ihrem Geländewagen an. Kurz darauf stand der Elefant neben ihrem Auto und holte mit seinem Rüssel was er hinten aus dem Wagen holen konnte! Die Frau schrie aus Leibeskräften und dem Mann gelang es dann den Wagen von innen zu verschließen. Auch im späteren Tagesverlauf sahen wir den Elefanten nochmal im Lager. Er ging völlig geräuschlos und überraschte die jeweiligen Neuankömmlinge mit einem ungebetenen Besuch. Gegen Abend kamen neue Safarigäste im Lager an und wir waren gespannt, wie lange es wohl dauern würde bis der Elefant erschien. Plötzlich hörten wir eine Frau schreien und kurz darauf sprang ein Auto an: Er war wieder dagewesen! In der folgenden Nacht schlief ich wieder tief und fest. Wieder hörte ich ein tiefes und regelmäßiges Schnaufen. Doch diesmal war es nicht der Elefant. Als ich wach genug war um die Dinge einzuordnen, begriff ich, dass es mein Zeltkollege war, dessen Atemgeräusche ich hörte! Dieser kleine Schreck war schnell überstanden! Die Moral der Geschicht: Füttere wilde Tiere nicht! Dieser Elefant muss irgendwann draufgekommen sein, dass es bei den Zweibeinern so viel leckere Sachen gibt, dass er sie sich lieber dort abholte als im Busch mühsam nach Fressen zu suchen. Und irgendjemand muss den Elefanten drauf gebracht haben, in dem man dem Tier etwas hingeworfen hat. Jetzt kam er von alleine und verbreitete Unruhe und Schrecken. Würde er aggressiv werden, müsste man dieses Tier töten. Ob es dazu kam, haben wir nie erfahren, denn wir fuhren weiter…
Autor: hietkamp
Datum: 01.01.2010 - 01:00
Anzahl gelesen: 167
Anzahl Bewertungen:
|
|
|
Diese Geschichte und dazu gehörige Bilder unterliegen dem Urheberrecht des jeweiligen Autors. Jegliche Verwendung, auch auszugsweise, in elektronischen oder gedruckten Medien ist ausdrücklich verboten! Jede Verletzung des Urheberrechts wird zur Strafanzeige gebracht. Bei Fragen wenden Sie sich über unser Kontaktformular an uns, wir stellen den Kontakt zum Autor her. |
|
|
