





Die Überführung einer Segelyacht, während des Balkankrieges im Jahre 1992
Namens.: Bella Renata. Start Brake 19.06.1992. Ankunft in Brake 11.07.1992
Chronologie:
1. Ein Segeltörn, kann durch die Überführung einer Yacht in einen neuen Ausgangshafen erheblich die Urlaubskasse entlasten.
2. Die Planung: nachdem der Start und das Ziel bekannt ist, gilt es den Streckenplan zu Erstellen. Dazu benötigt man die Yachtdaten, Größe, Geschwindigkeit und die Zusammensetzung der Mannschaft und deren Segelkentnisse.
3. der Zeitrahmen:
4. in diesem Falle vom Yachtvercharterer vorgegeben die Yacht muß zum12.07. in Marmaris sein. Also 3 Wochen für die Reise.
5. Die Kosten:
6. Fürs Boot. 4.000,00DM Charter dazu: Diesel Hafen und Kanalgebühren (Korinth)
7. Für die Mannschaften: An- und Abreise Verpflegung an Bord und Nebenkosten an Land
8. Wer ist dabei: Skipper Wolfram Neumann, Mitsegler: Klaus Brand, Ewald Klingspohn, Andrea Madela, Marion Ehlers.
Ab Athen: Skipper Wolfram Neumann, Mitsegler: Günter Wiest, Ulrike Brittinger
9. Was ist mitzunehmen: Schlafsäcke, Segelkleidung für jede Wetterlage und normale Kleidung. Waschzeug usw.
10. Die Anreise zur Bella Renata: Eine Sun Shine 38,
per Auto über Wolfhagen bis Ludwigsburg, von da, gemeinsam mit dem
Vercharterer nach Portoroz heute Slovenien Ankunft: Samstag 20.06.09 14.30h
Nach 1450 km per Autos
11. Checkinn der Bella Renata: Zustand der Segel, des Motors, die Beleuchtung. Seekarten und Navigationshilfen, Kompass Logge, Anker Beiboot.
Kojenzuweisung, verstauen der Persönlichen Sachen und der Verpflegung.
Festlegung der einzelnen Aufgaben der Crewmitglieder und Bekanntgabe der voraussichtlichen Route.
12. Wir legen endlich ab: Sonntag 21.06.09 05.00h klarer Himmel
Wind 6Knoten aus 180° Ziel: Pula/Veruda Verpflegung bunkern.
13. Die Stationen bis Kalamari (Athen).
Italien: Vieste, Brindisi,
Griechenland: Gouvia (Korfu), Phiskarde (Kefalinia), Navpaktos,
Bucht Anemokampi, durch den Kanal von Korinth, nach Insel Aigina, Kalamari
Freitag 03.07.09 10.30h 724 Sm: gesegelt:266 Sm motort: 458 Sm
14. Abschied der 1. Crew:
04.07.09 08.00h fliegt zurück nach Stuttgart. Skipper Wolfram Neumann bleibt.
15. die neue Crew kommt an Bord.
05.07.09 Günter Wiesner, Ulrike Brittinger. Einschecken wie unter 12.
16. Start zur Türkei, nach Marmaris : 06.07.09 05.15h Wind 5Kn. 300°
17. Die Stationen:
18. Griechenland: Insel Serivos, Leivadion. Ins. Astypazaia Bucht Vathag, Ins. Symi
Türkei: Marmaris. 09.07.09 13.30h. 267Sm gesegelt: 103 Sm motort: 164 Sm
Gesamt: 991 Sm gesegelt: 369 Sm motort: 622 Sm 186,5Std auf See.
Durchschnittliche Fahrt über Grund 5,31Knoten
19. Die Rückreise. Samstag 11.07.09 Rückflug nach Stuttgart.
dann mit dem Zug nach Brake.
20. Fazit: Eine gelungene Reise, mit vielen schönen Std. und überstandenen interessanten
Situationen. Nicht für jeden geeignet, aber mit guter Planung, Können und Mut, ein unvergessliches Erlebnis! Die Reiseerlebnisse im Folgenden.
Fünfuhr am So. 21.06.09 ein wunderschöner Sommermorgen in Portoroz, der Motor, der Segelyacht Bella Renata, hört sich sehr gut an und läuft ohne Störung, das Kommando des Skippers, kommt ruhig und eher leise, denn im Hafen schlafen die meisten noch, Leinen los!
Langsam nimmt die Bella Renata Fahrt auf und die Crew schaut glücklich in Fahrtrichtung aufs blaue Meer, von der Sonne im Osten angestrahlt, 18° Lufttemperatur und schwacher Wind, aus Südwest. Kurs Süd. Motor aus, Großsegel und Genua ziehen uns gen Pula. Im Osten das bergige Panorama Jugoslawiens, rings um uns blaue ruhige See. Kaffee, Tee und Schnittchen, werden an Deck gebracht, Herz was willst du noch mehr.
Gegen 16.00h erreichen wir Pula, tätigen Einkäufe im Städtchen und sehen eine Menge Militär. Wir beschließen, nur ein Paar Std. zu schlafen, legen schon um 04.10h ab und machen uns auf den Weg nach Italien, Vieste soll der nächste Hafen sein. Weg vom Krieg, den wir dann Abends, bei Dunkelheit, hinter uns, durch aufleuchtendes Geschützfeuer wahr-nehmen. Vor uns eine Menge Positionslichter, kommt jetzt die Kriegsmarine ? Gott sei Dank nur Fischkutter mit Schleppnetzen. Da sie sehr schnell unseren Kurs schneiden und keine genauen Richtungen auszumachen sind, weichen wir weit nach Süden aus, um nicht gerammt zu werden. Gegen 15.00h frischt der Wind kräftig auf und plötzlich haben wir einen Riss im Großsegel. Wir reffen und sehen nach 36Std zum ersten mahl, die Italienische Küste voraus. Am 23.06. 19.00h werden in Vieste die Leinen festgemacht. Das Großsegel wird abgenommen und zum Segelmacher zur Reparatur gebracht.
Vieste ein schönes Städtchen und die Crew ist sehr glücklich, das wir vom Krieg in Jugoslawien nichts Schlimmeres mitbekommen haben. Wir haben auf der weiteren Reise, Stürme und Flauten erlebt, mit Delfinen gespielt, Feuer an Bord gelöscht. Den Kanal von Korinth durchfahren, Freunde gewonnen, Inseln besucht, in wunderschönen Buchten geschwommen, aber am bewegensten waren die Std. in dunkler Nacht, mit dem Geschützfeuer hinter uns und die Ungewissheit welche Schiffe uns begegnen würden.
Für alle, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel, und eine Glückliche Zukunft ohne Terror und Krieg.
Wolfram Neumann.
Autor: novum
Datum: 01.01.2010 - 01:00
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