





Erinnerungen an die Kindheit
Im selben Haus wohnten Schaber (große Buben) und Kopp (der Sohn hieß Tim). Im Nebeneingang, links die Treppen hoch, haben Wössners gewohnt, mit deren Tochter (immer verrozt) haben wir gespielt.
Da gab es auch noch einen Jungen (Roland?) der immer auf seinem Traktor (na ja mehr eine Dreirad, Orange mit gelben Rädern) hockte.
Im Gebäude rechts neben uns, hat die Dorothea Dimou gelebt, Stefans erster Schwarm. Deren größte Freundin war Claudia Mann, die mehr im Zentrum gewohn hat.
Links neben unserem Gebäudekomplex lag ein Bauernhof, mit einer ganz großen Baumwiese, dort haben wir verbotener Weise immer Fußball gespielt und in den Bäumen geklettert. Wenn der Bauer uns bemerkt hatte, mußten wir dann immer über einen Holzzaun flüchten. Einmal hat sich Stefan seine Cordhose zerissen, weil er am Zaun hängen blieb, das gab wieder mal Ärger.
Noch weiter unten gelägen, war der „Bahnhofsplatz“. Das war das Spielparadies für uns, weil hier ein ganz großer Platz zur Verfügung stand. Zur Erntezeit waren hier viele Traktoren mit Ihrer Zuckerrübenernte zu inspizieren. Sie wurden auf einer LKW-Wage gewogen und über den Schienenverkehr weiter transportiert. Natürlich gehörten zu der Beute unserer Raubzüge immer einige Zuckerrüben. Ein- oder zweimal im Jahr fand hier auf dem Platz auch ein Fest mit Karussel und anderen Fahrbetrieben statt. Daran kann ich mich als erstes mal erinnern, dass ich Karusell gefahren bin. Muß ein Karusell mit Fliegern gewesen sein, vielleicht auch fliegende Tiere, die konnten mit einem Hebel hoch und runter gesteuert werden, War das toll.
In der Nähe vom Bahnhofsplatz wohnte jemand, der einen Haselnussbaum am Haus hatte. Ich kann mich nur erinnern, dass ich dort immer wieder Haselnüsse gesammelt habe.
Das in Hemmingen, war wirklich eine abenteurliche Zeit. Ich erinnere mich daran, wie wir oft an oder neben den Schienen spielten. Zum Beispiel musste man quer über den Bahnhofsplatz und quer über die Schienen laufen, dann kam man an einen Hang. Hier führte ein Kletterpfad hoch, auch ein Platz an dem wir oft Abenteuerlager spielten. Hier bleibt mir in Erinnerung, das dort auch ein großer Hagebuttenstrauch wuchs. Hier kappierte ich erst, dass Hagebutte nicht nur ein Tee ist, sondern eigentlich eine Frucht. Paar Spielkameraden haben die Früchte mißbraucht, um sie uns in zerriebener Form als Juckpulver hinten in den Pulli zu schmeißen. War das gemein.
Dann direkt gegenüber unserem Haus, war das Raiffeisengebäude. Es war komplett aus Holz, hatte schwere, quitschende Holz-Schiebe-Tore. Eine Mischung von Metall, gemahlenem Weizen sowie Kohle war in der Luft wahrzunemen und viele Strohsäcke waren dort gelagert. Zur Verladung war an der Vorderseite des Gebäudes eine Rampe für LKWs und an der Hinterseite eine lange Rampe für Eisenbahnwaggons angebracht. Die optischen Eigenschaften dieses Gebäudes und die Gerüche darin, weckten die Fantasie in mir, die mich die Hauptrolle in vielen Western-Abenteuern spielen lies.
Mir fällt hierzu auch ein, das Stefan mal von so bösen Buben (waren glaub Türken) mit einem Stein getroffen wurde. Wir spielten so an dem Raiffeisen-Bau und wollten wohl die anderen Kinder nicht mit spielen lassen. Ich erinnere mich auf jeden Fall an folgende Szene. Wir gehen links um´s Gebäude, in weiterer Entfernung an den Schienen sind zwei Jungs, einer wirft mit Steinen. Es fallen irgendwelche Ausdrücke und auf einmal trifft ein Stein meinen Bruder an der Schläfe, es fließt Blut. Sofort rennen wir nach Hause zu Mama. Wie schlimm die Verletzung letztendlich war weiß ich nicht mehr.
Weiter hinten an den Schienen, lag ein weiterer Abenteuerplatz. Da mußte man von uns aus, wenn man aus dem Hochhaus kam, links, an der Dorothea Ihrem Haus vorbei, am Zahnarzt (Urban) vorbei. Rechts kam dann der Bahnübergang (da war doch auch so ein Laden), hier war so ein „Abfluß“, wo das Wasser unter die Erde geführt wurde, der war mit einem Gitter abgedeckt, hier spielten wir oft mit den Wassermassen. Das Wasser hatte hier alles Mögliche angespielt und wenn das Wasser hier mit großem Rauschen in den Tiefen der Unterwelt versank, öffneten sich uns eine Fantasiewelt in der wir viele grußelige Geschichten erölebten.
Noch etwas weiter an den Schienen entlang, rinnte der Bach in einem tieferliegenden Steinkanal zwischen Feldern. Da konnte man immer ganz toll Staudämme bauen. Durch die teilweise sehr hochgewachsenen Pflanzen am Bachrand (Schilf ?) fühlte man sich wie in einer Wildnis. Gefährliche Raubtiere bedrohten hier immer wieder unser Leben, unser Überlebenskampf hatte jedoch immer ein gutes Ende.
Noch weiter entlang kam dann der Spielplatz, der etwas Abseits lag. Entweder sind wir hier mit den Fahrrädern hin gefahren oder zu Fuß, wie gesagt über den Bachweg. Ritter und Räuber trieben hier auf ihren Pferden (Fahrrad) ihr unwesen. Mitten drin in den gefährlichen Schwertkämpfen, natürlich wir.
Und noch weiter draußen, haben zwei Klassenkameraden gewohnt. Der Thomas Scheu, bei dem wir öfters gespielt haben, und der Joachim (vor dem Bauernhof von Scheus rechts). Das Bauernhofleben hatte auf uns einen besonderen Reiz. Waren uns diese düfte doch schon aus Apkos Reich (beim Opa in Jugo) vertraut. Hier konnten wir unserer Abenteuerlust fast freien Lauf lassen.
In Hemmingen ist dem Michael auch ein dummer Unfall mit dem Roller passiert. Da gab es so einen Abhang (am Kindergarten und ich meine da war auch die Feuerwehr) den er herunter fahren wollte. Das war aber ein Roller ohne Bremsen, und dann endete die Fahrt mit abgeschürften Knien (autsch). Das mus kurz vor dem Urlaub passiert sein, weil da gibt es ja den Film an der Donau, wo wir mit dem Boot an die Sandinsel fuhren. Und da hat der Papa doch wollen, dass Michi schwimmt, der hatte wiederrum Angst und dann hat Papa ihn vor Wut ins Wasser geworfen (war ja nicht tief). Der Michi ist aber mit seinen Knien am Boden angeschlagen, dann hat`s die Wunden wieder aufgerieben und wieder Geschrei. Papa sagte damals nur „na dann kannste jetzt heulen“.
Autor: andisandis
Datum: 01.01.2010 - 01:00
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